Back to office?! Wir ihr Mitarbeitende fürs Office begeistert

Seit knapp zwei Jahre arbeitet ein Großteil der Arbeitnehmenden remote. Und das hat spuren hinterlassen.

Back to office?! Wir ihr Mitarbeitende fürs Office begeistert

Seit knapp zwei Jahre arbeitet ein Großteil der Arbeitnehmenden remote. Und das hat spuren hinterlassen: Einsamkeit, Online-Müdigkeit und nur noch wenig erkennbare Grenzen zwischen Beruf und Privatleben sind nur einige Beispiele. Fakt ist, die Pandemie hat unser aller Arbeitsalltag ordentlich aufgemischt. Und nun, zwei Jahre und 173 Millionen Impfdosen später heißt es wieder, back to office, bitte, bitte! Office-Pflicht wird zum Fluktuationsrisiko Umfragen zufolge, wollen75% aller Führungskräfte, dass wieder drei bis fünf Tage pro Woche im Büro gearbeitet wird. Wie sehr die Vorstellungen von Betrieben und Mitarbeitenden auseinandergehen, zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage, in der 17% der Befragten sich wünschen, vollständig mobil arbeiten zu können. Diesem Wunsch wollen allerdings lediglich 1% der Unternehmen nachgehen. Die Möglichkeit, drei Viertel der Arbeitszeit mobil zu erledigen, hätten laut Umfrage gern 14% der Beschäftigten. Dem wollen gerade einmal 5% der befragten Personalentscheider nachkommen. 34% der Unternehmen möchte ihren Beschäftigten die Möglichkeit einräumen, die Hälfte ihrer Arbeitszeit remote zu erledigen. 31% der Unternehmen sehen keine Möglichkeit, ihre Beschäftigten remote arbeiten zu lassen. 

Einfach wieder back to basic, ist also keine Option. Die Vorstellungen von Betrieben und Mitarbeitenden gehen zu stark auseinander. Denn neben all den anfänglichen Nachteilen, bietet das Arbeiten von überall auch viele Vorteile. Wie zum Beispiel Flexibilität und die lieb gewonnene Freiheit, den Arbeitsort selbst wählen zu können. Diese Vorteile möchten viele nicht mehr weggeben. Somit wird es für viele Unternehmen zum Balanceakt, Mitarbeitenden ausreichend Freiheit zu gewähren und sich gleichzeitig nicht aus den Augen zu verlieren. Wer also an die vermeintlich einfachere Lösung einer Office-Pflicht denkt, sollte sich dem Risiko bewusst sein, viele talentierte Mitarbeitende zu verlieren.

“Freiheit und Flexibilität sind Bedürfnisse, die durch die Pandemie einen ganz neuen Wert bekommen haben. Für Mitarbeitende muss es gute Gründe geben, warum sie ins Büro gehen, wenn sie ihrer Arbeit auch überall sonst nachgehen können.” - Katharina Schulze, CEO & Founder avy health 

Aber warum ist es Führungskräften eigentlich so wichtig, dass ihre Mitarbeitenden wieder mehr im Büro sind? Laut einer PwC-Umfrage unter 133 US-Führungskräften gab die Mehrheit an, dass Mitarbeitende drei Tage in der Woche anwesend sein müssten, um eine gute Unternehmenskultur aufrechtzuerhalten. Weniger als 5 % gaben an, dass Mitarbeitende nicht ins Büro kommen müssen, um eine gute Unternehmenskultur zu erhalten, oder dass ein Tag pro Woche ausreicht.

Hybrides Arbeiten als Zukunftsmodell? Besonders digitale Unternehmen, mit Schwerpunkt auf Software- und Online-Dienstleistungen müssen nun schnell umdenken. Nicht nur sind sie auf dem hart umkämpften Bewerber*innen Markt um die besten Talente, sie brauchen auch immer mehr attraktive Argumente, um Mitarbeitende zu halten. 

Ein Argument, an dem aktuell alle Tech-Firmen arbeiten sind hybride Arbeitsmodelle, die das beste aus beiden Welten vereinen sollen. Der Weg zur hybriden Arbeit scheint jedoch weit weniger klar: nur knapp 70% der von McKinsey befragten Unternehmen haben bestenfalls eine grobe Vision davon, wie hybride Arbeit in ihrem Unternehmen umgesetzt werden soll. Das liegt mitunter daran, dass jeder etwas anderes unter dem Begriff hybride Arbeit verstehen kann. Was jedoch allen klar ist, es geht um mehr Flexibilität und das brauchen wir schließlich am meisten, damit wieder mehr in die Büros kommen… Oder?

“Arbeitet mehr an euren Beziehungen, weniger an den Konzepten” Flexibilität, Autonomie, Selbstverwirklichung - all das wird von Unternehmen immer mehr abgefragt. Aber löst das die “back to office” Diskussion? Wie so oft, Jein! Ja, Unternehmen müssen die neuen Wertvorstellungen rund um Flexibilität und Freiheit ermöglichen, daran führt kein Weg vorbei, um Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Und moderne Arbeitsmodelle und neue Office Konzepte sind mit Sicherheit ein weniger Baustein dafür. Aber - um es mal ganz hart auszudrücken - tolle Konzepte müssen noch lange kein guter Grund sein, um ins Office zu gehen. Demnach wird viel Überzeugungsarbeit vonnöten sein. 

Was neben all den modernen Konzepten und Arbeitsmodellen vollkommen in den Hintergrund geraten ist, sind unsere zwischenmenschlichen Beziehungen. Denn wenn Menschen eines zusammenbringt, sind es gute Beziehungen zu anderen Menschen. Wertschätzende und vertrauensvolle Beziehungen sind das Fundament für soziale Interaktion. Und sie werden immer der beste Grund sein, warum Menschen sich in echt sehen wollen. 

“Warum konnten wir es denn kaum erwarten, uns endlich wieder mit Freunden zu treffen? Es sind die Beziehungen zu Menschen, die uns zusammenbringen und nicht primär die Arbeit.”

In Zeiten, in welchen ein Großteil der zwischenmenschlichen Kommunikation digital abläuft, haben immer mehr Menschen Schwierigkeiten mit direkten sozialen Kontakten. Mit Menschen in Kontakt zu treten, ihre Bedürfnisse herauszufinden und erfolgreich im Team zusammenzuarbeiten – das sind emotionale Kompetenzen, an denen es derzeit fehlt. Und die Pandemie hat uns einmal mehr gezeigt, wie wichtig sie sind, damit Menschen gern zusammenkommen. Unternehmen, die mehr Fokus auf die Beziehungen ihrer Mitarbeitenden legen und Kompetenzen zur Verfügung stellen, die es braucht, um mit Menschen in den Kontakt zu treten, arbeiten an einem Fundament, auf das man mit tollen Konzepten und Arbeitsmodellen aufbauen kann. Denn ohne ein stabiles Fundament, hält auch das schönste Haus einem Sturm nicht stand.